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Ovulationstest: Ja oder Nein – und wenn ja, welche Sensitivität?

Ovulationstest: Ja oder Nein – und wenn ja, welche Sensitivität?

In einem früheren Artikel über den weiblichen Zyklus habe ich Dir bereits NFP (natürliche Familienplanung) vorgestellt. Bei dieser Methode wird mittels verschiedener Hilfsmittel der Zyklus beobachtet, um den Eisprung zu berechnen und so die fruchtbarsten Tage der Frau zu erkennen. Hier spielt auch die Körperkerntemperatur eine essenzielle Rolle.
Vielleicht hast Du diese Methode bereits für Dich angewandt, damit Du weißt, wann der Eisprung stattfindet und Du Deine Fruchtbarkeit berechnen kannst. Falls ja, sind Dir Dinge wie Temperaturmessung und Zervixschleimbeobachtung bereits ein Begriff.
Womöglich hast Du auch rund um den Eisprung Schmerzen bemerkt. Den sogenannten Mittelschmerz nimmt nur ein Teil aller Frauen, meist unregelmäßig wahr.

Wenn Du schwanger werden willst, gibt es noch ein weiteres Hilfsmittel, um Deinen Eisprung zu berechnen: den Ovulationstest.
In (beinahe) jedem Zyklus reift im Eierstock eine Eizelle heran. Ungefähr in der Zyklusmitte hat sie eine gewisse Reife erreicht, so dass im Körper vermehrt LH (lutenisierendes Hormon) ausgeschüttet wird, um den Eisprung vorzubereiten. Ein Ovulationstest reagiert auf diesen LH-Anstieg und gibt Dir somit Aufschluss darüber, wann der Eisprung ist und somit Deine fruchtbarsten Tage sind.
24 bis 36 Stunden nach dem positiven Ovulationstest findet der Eisprung statt. Somit kann man den LH-Test auch als Fruchtbarkeitstest bezeichnen, der die Fruchtbarkeit der Frau anzeigt.

Der Ovulationstest prüft den Gehalt an LH im Urin, da dieses durch den Urin wieder ausgeschieden wird. Ein positiver Ovulationstest zeigt Dir an, dass der Eisprung kurz bevorsteht. Die Chance, schwanger zu werden, ist an diesem Tag und am Folgetag am größten. Innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden wäre also der ideale Zeitpunkt, um mit Deinem Partner zu schlafen. Die Fruchtbarkeit nach dem Eisprung endet für diesen Zyklus etwa 24 Stunden nach der Ovulation.

Um den Fruchtbarkeitstest richtig anwenden zu können und den Kostenaufwand möglichst gering zu halten, solltest Du Deinen Zyklus schon möglichst gut kennen. Wenn Du nämlich weißt, wann Dein Eisprung ungefähr stattfindet, kannst Du zur richtigen Zeit mit den Tests beginnen und musst nicht den ganzen Zyklus lang auf gut Glück „durchtesten“.
Bei einem regelmäßigen Zyklus solltest Du mit dem Testen 12 bis 16 Tagen vor dem erwarteten Beginn der nächsten Menstruation anfangen. Denn in diesen Zeitraum fallen normalerweise die fruchtbarsten Tage der Frau.

Die Handhabung des Tests ist simpel: Du hältst täglich einen Teststreifen bzw. ein Teststäbchen direkt in den Urinstrahl oder tauchst ihn in einen Becher mit Urin. Nach der vom Hersteller angegebenen Zeit (zwischen drei und zehn Minuten) kannst Du das Ergebnis ablesen. Wenn es auf den Eisprung zugeht, sollte die Ergebnislinie des Tests von Tag zu Tag kräftiger werden.
Achtung: Anders als beim Schwangerschaftstest liegt ein positiver Ovulationstest erst vor, wenn die Ergebnislinie mindestens genauso stark ist wie die Testlinie. Zeigt der Ovulationstest positiv an, kannst Du davon ausgehen, dass der Eisprung kurz bevorsteht und Du Deine höchste Fruchtbarkeit für diesen Zyklus erreicht hast.

Falls Du einen sehr unregelmäßigen Zyklus hast, was beispielsweise nach dem Absetzen der Pille der Fall sein kann, lässt sich Deine Fruchtbarkeit nicht einfach so berechnen. In diesem Fall ist es sinnvoll, einen kompletten Zyklus lang jeden Tag einen Ovulationstest durchzuführen, wenn Du schwanger werden willst.

Wird generell Morgenurin verwendet?

Anders als den Schwangerschaftstest, solltest Du den Ovulationstest nicht mit Morgenurin machen. Da dieser besonders konzentriert ist, befindet sich nämlich auch außerhalb der fruchtbaren Tage immer etwas LH darin. Dies könnte das Ergebnis verfälschen und einen LH-Anstieg vortäuschen, der gar nicht gegeben ist. Bei der Durchführung tagsüber solltest Du darauf achten, in den zwei Stunden zuvor wenig zu trinken, damit die Konzentration im Urin hoch genug ist.
Wenn der Ovulationstest positiv ist, brauchst Du in diesem Zyklus keine weiteren Tests mehr durchzuführen.

Ovulationstests gibt es in verschiedener Sensitivität. Während manche schon bei einer Konzentration des LH von 10 mlU/L positiv anzeigen, ist das bei anderen erst bei 50 mlU/L der Fall. Ist der Test sehr sensibel, kann es sein, dass er ein falsch positives Ergebnis anzeigt. Bei einem eher unsensiblen hingegen besteht die Gefahr, dass er den Zeitpunkt des LH-Anstiegs zu spät anzeigt. Da die Konzentration bei unterschiedlichen Frauen auch unterschiedlich ist, solltest Du herausfinden, welcher Ovulationstest am besten zu Dir und Deinem Zyklus passt. Daher macht es Sinn, erst einmal einen Zyklus einen Test mit mittlerer Sensitivität zu wählen. Am Ergebnis wirst Du sehen, ob Du damit Deinen Eisprung berechnen kannst.

Graph Ovulationstest Clearblue

Quelle: Clearblue

Manchmal kann es passieren, dass der Ovulationstest einen ganzen Zyklus lang negativ bleibt. Dies kann mehrere Gründe haben.
Verwendest Du einen digitalen Test, kann es sein, dass die Auswertung fehlerhaft ist. Teststreifen oder -stäbchen mit einer niedrigen Sensitivität sind womöglich nicht empfindlich genug, um auf den LH-Anstieg in Deinem Körper anzuschlagen.
Vielleicht hat in diesem Monat auch kein Eisprung stattgefunden. Dies wäre übrigens kein Grund zur Sorge – kommt es doch auch bei normal fruchtbaren Frauen immer mal wieder vor, dass während eines Zyklus' keine Eizelle heranreift.

Beachte bitte wenn Du schwanger werden willst, dass Ovulationstests kein 100 Prozent sicheres Ergebnis bieten. Manchmal ist der Ovulationstest nicht eindeutig positiv oder negativ. Krankheiten und Medikament können das Ergebnis beeinflussen, ebenso der individuelle LH-Spiegel jeder Frau, verbunden mit der jeweiligen Sensitivität des Tests. Diese Faktoren können dazu führen, dass die eine Frau mit einem bestimmten Ovulationstest gut klarkommt, während er bei der anderen nicht funktioniert. Hier kann es hilfreich sein, die Tests verschiedener Anbieter parallel zu probieren.
Der Zeitpunkt der Messung kann das Ergebnis ebenfalls beeinflussen. Da die LH-Konzentration im Verlauf des Tages schwanken kann, solltest Du täglich zur gleichen Zeit testen.

Ein Nachteil von Ovulationstests kann darin bestehen, dass Paare mit dem Geschlechtsverkehr bis zum positiven Ergebnis warten, weil sie denken, dass die Fruchtbarkeit der Frau erst dann beginnt. Tatsächlich ist es jedoch so, dass zum Zeitpunkt des positiven Ovulationstests bereits drei der fünf fruchtbaren Tage vorbei sind. Außerdem kann es möglich sein, dass der Test nicht funktioniert, das Paar so den Eisprung der Frau verpasst und den Zyklus ungenutzt verstreichen lässt.
Deshalb empfiehlt es sich, sich beim schwanger werden nicht nur auf den Ovulationstest zu verlassen, sondern die anderen Hilfsmittel der natürlichen Familienplanung ebenfalls zu nutzen.

Und selbstverständlich solltest Du mit Deinem Partner auch einfach nach Lust und Laune Geschlechtsverkehr haben – denn so ist das schwanger werden doch am schönsten, oder?

Deine Jolán

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